2. Herren baut Tabellenführung aus

Mit zwei weiteren Pluspunkten haben die 2. Herren des TuS Altwarmbüchen die Tabellenführung in der Regionsliga ausgebaut. Zwar war beim 30:25-Sieg gegen Uetze II nicht alles positiv, aber es gab auch einige 

Momente, wo klar war, warum man Handball spielt.


So etwa als kurz vor Spielende Mittelmann Tobias Kuske den Spielzug „Kreisel-links“ ansagte, der zuvor in der Partie noch nicht gespielt wurde, die Laufwege und Pässe wie im Lehrbuch passten und Rückraum-Shooter Bastian Herzog vor einer durch den Spielzug reichlich verwirrten Abwehr hochstieg, ziemlich frei zum Wurf kam und den Ball sicher versenkte. Auch bei anderen Spielzügen zuvor hatte es dieses Glücksgefühl gegeben, wenn man merkt, dass das blendend funktioniert, was man mühevoll im Training eingeübt hatte. Allerdings lief längst nicht alles so gut, es war auch viel Krampf dabei.

 

Insbesondere in der ersten Halbzeit hatten die Altwarmbüchener einige Probleme mit den Gastgebern aus Uetze. Auf das unkonventionelle Angriffsspiel der Uetzer konnte sich das Team von TuS-Trainer Lukas Gristina nicht so richtig einstellen, war oft einen Schritt zu spät und half damit seinem Keeper Yannic Uschkoreit kaum. Die hohe Anzahl von 16 Gegentoren in der ersten Halbzeit sind ein deutliches Indiz, dass es im TuS-Abwehrverbund nicht passte. Vielleicht lag das ein Stück weit auch an der erneut unterdurchschnittlichen Chancenauswertung im Angriff: Wer vorne klarste Möglichkeiten nicht verwertet, kann Probleme haben, sich in der Abwehr ausreichend zu konzentrieren. Auch musste das TuS-Team den verletzungsbedingten Ausfall von Torjäger Felix Fuchs gegen Mitte der ersten Halbzeit verkraften. Die Folge aus ausbaufähiger Torausbeute und unglücklich agierender Abwehr war ein Kopf-an-Kopf-Rennen im ersten Durchgang mit einer 16:15-Führung für Uetze II zur Pause.

 

In der zweiten Halbzeit traten die Altwarmbüchener dann auf einmal selbstbewusster auf, mit einer besseren Körpersprache. Trainer Gristina und sein Co Ole Zilling hatten offenbar in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Zudem hielt der für den entnervten Uschkoreit ins Tor gewechselte Kai-Christian Schiwik einige Würfe und warf ein paar lange Konter-Pässe. Vor allem stand nun die Abwehr deutlich stabiler und machte es den insgesamt zu einfallslos agierenden Gastgebern schwerer.

 

Dennoch machten es sich die Altwarmbüchener zum Ärger seines Trainers immer wieder und viel zu oft selbst schwer, indem sie im Angriff zu sehr auf das Spiel in der Kleingruppe oder Einzelaktionen setzte, anstatt mit druckvollen Stoßbewegungen und Passspiel in die Breite größere Lücken in die Abwehr zu reißen. Dadurch kam es wie in der ersten Halbzeit zu viel zu eher drögem und keinem flüssigen Angriffsspiel. Stärkere Gegner hätten dieses Vorgehen mehr bestraft.

 

Als aber ab der 38. Minute der bärenstarke Jannis Klute, Tobias Kuske und Marc Dittrich drei Tore hintereinander zum 20:19, 21:19 und 22:19 warfen, war das Momentum auf der Seite von Altwarmbüchen, der Spielverlauf in den Köpfen beider Teams entschieden. Uetze hatte auch konditionell nichts zuzusetzen und das TuS-Team setzte partiell noch ein paar spielerische Glanzpunkte. Für Gristina war der Spielverlauf unnötig spannend: „Ich freue mich über den Sieg, der völlig verdient war, aber – ohne arrogant oder abwertend den Gegnern gegenüber zu sein – eigentlich muss der Sieg höher ausfallen und deutlich früher besiegelt sein. Die erste Halbzeit waren wir wieder nicht ganz bei der Sache. Und auch die Chancenauswertung war erneut nicht gut. Es gibt weiter einiges zu verbessern. Allerdings habe ich durchaus auch einige positive Dinge gesehen, an die wir anknüpfen können.“

 

Dass es noch eine Schippe besser läuft, wird wohl dringend nötig sein in den kommenden Partien, denn die nächsten Spiele können die Meisterschaft entscheiden: Am Samstag, den 9. März, treffen die 2. Herren ab 18.30 Uhr in Burgdorf auf den Tabellenzweiten TSV Burgdorf IV. Bei einem Sieg wäre der Titel ein großes Stück greifbarer.

 

Für TuS Altwarmbüchen II spielten: Yannic Uschkoreit, Kai-Christian Schiwik – Bastian Herzog (3 Tore), Alexander Borchers (1), Felix Fuchs (4, davon 1 Siebenmeter), Christian Noack, Marius Kleinert, Benedikt Heine (5), Tobias Kuske (1), Daniel Titov (3), Marc Dittrich (5), Jannis Klute (8)


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